Die Social-Media-Arschkarte

26. Oktober 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 54 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Besonders „originell“ wollte wohl Chapstick (das US-amerikanische Pendant zu Labello) sein. Ganz im Sinne des Social-Media-Hypes wirbt die Firma derzeit dafür, sich auf seiner Facebookseite „Gehör zu verschaffen“. Leider ist das Anzeigenmotiv so furchtbar (siehe unten), dass es von vielen Frauen Kritik hagelte.

Eine hellbeige Sofalandschaft, eine schlanke Frau in dunkelblauen Jeans beugt sich über die hintere Kante, so dass ihr Hintern mit gespreizten Beinen prominent gezeigt wird.

Social Media also nicht nur als billige Lobhudelei sondern echte Interaktion? Damit konnte die Firma augenscheinlich nicht umgehen und löschte kritische Kommentare, sichtbar blieben natürlich die anzüglich sexistischen. Dokumentiert wurden die Klogriffe, wie auch die kritischen Kommentare aber von einer neuen Facebookseite, die Chapstick die Arschkarte zeigt. So geht „sich Gehör verschaffen“.


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Zusammen bringen, was zusammen gehört?

27. September 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 53 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Die Firma Abrams Premium Stahl bietet, wie der Name schon vermuten lässt, anscheinend in erster Linie Stahl an: Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Edelstahl, Vergütungsstahl, Einsatzstahl… Offenbar gehören weder Dessous noch sexy Schuhwerk  noch eine Modelagentur noch fotografische oder sexuelle Dienstleistungen  zum Sortiment. Da frag ich mich natürlich mal wieder ganz naiv, warum fast jede Seite des Internetauftritts dieser Firma mit  schönen Frauen in Lingerie und lasziver Pose dekoriert ist und auch die Stahlberater-App für den Herrn nicht ohne entsprechendes Motiv auskommt… Antwort: Es geht Abrams darum, “dem technisch geradlinigen und kühlen Stahl im optischen Wechselspiel menschliche Wärme und sinnliche Anmut zu verleihen”.  Hihi, toll! (Mit diesem Anliegen ist die Firma Abrams nämlich groß in “Kunstprojekten” unterwegs und bringt alle zwei Monate ein Pin-Up als Wallpaper zum Download.)

das Bild zeigt die Startseite des Internetauftritts der Firma Abrams Premium Stahl. Rechts neben den Informationen zur Firma ist das Schwarzweiß-Foto einer nach konventionellen Begriffen schönen Frau in High Heels und Unterwäsche abgebildet.

Screenshot der Abrams-Website

Was höre ich da: Stahlbaukram sei eine Männerdomäne und “die” wollten das nunmal so? Ach so, sorry – na dann…

Danke an Katrin für den Hinweis.


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Schlimmer wohnen mit Kolonialrassismus

10. September 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 52 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Möbel Roller hatte letzte Woche mal wieder ganz entzückende Deko im Angebot: Die “Afrika-Lady”, eine Kunststofffigur “in verschiedenen Ausführungen”. So eine Schwarze Frau aus Plastik, die trägt, was “die Afrikanerin” halt angeblich so trägt (farbenfrohe Tracht am Leib und irgendwas anderes buntes auf dem Kopf), verleiht auch dem biedersten deutschen Wohnzimmer das richtige “exotische” Flair, oder wie?  Komisch, der Bedarf für Europa-Ladies auf dem Sideboard scheint begrenzt zu sein. Was die wohl mit sich herum tragen würde – Aktentasche? Alditüte?  Fail der Woche, Firma Roller!


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Immer wieder wehren gegen sexistische Werbung

9. September 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 51 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Kaum beginnt man die Woche mit dämlichen Prospekten, landen sie wieder in unserem Mädchenmannschaft-Postfach. Die Hinweise auf noch beschissenere Werbung. Ganz Berlin etwa scheint vollgepflastert mit dieser Reebok-Werbung. Zum neuen Paar Turnschuhe noch ein paar Upskirtfotos?

Eine weiße, blonde, schlanke Frau steht im hochfliegenden rosa Kleidchen in sexualisierter Pose auf der Straße, vor ihr kommen pinke und gelbe Gymnastikbälle aus der Straße.

Foto von Leser_in Anna

Noch tiefer fiel Skiny auf der Startseite. Als Unterwäschefirma sind Fotos von Menschen in Unterwäsche ja völlig ok, da muss man sich also etwas besonderes einfallen lassen, um sexistischen Mist zu produzieren. Etwa das Model an einem Bananenstück lutschen lassen. Heute ist schon wieder ein neues Motiv auf der Seite, diesmal ist die Frau ganz nackt?!

Eine blonde, schlanke, weiße Frau in Unterwäsche sitzt mit einer geschälten Banane im Mund am Tisch und versucht mit geschlossenen Augen ein Glas zu öffnen

Herausforderung: Mit geschlossenen Augen ein Glas öffnen und nicht die Banane abbeißen.

Einsenden könnt ihr derartige Prachtstücke auch immer an Sexistische Kackscheiße oder ihr könnt sie in der *istische Kackscheiße-Suppe teilen. Die trouble X anti-Sticker eignen sich als aktiver Hinweis im realen Leben (aber bitte keine Sachbeschädigung betreiben). Der Deutsche Werberat hat inzwischen auch ein Onlineformular (beim Österreichischen muss man sich leider registrieren) und manchmal bringt Beschweren was.


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Wenn Werbeagenturen auch wirklich gar nichts mehr einfällt: Ameropa

5. September 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 50 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Gerade eben habe ich sie im Bahnhof gesehen. Die wahrscheinlich beschissenste Werbung seit langem. Auch dank der strategisch platzierten Jubiläumsbroschüre:

Zwei Ameropabroschüren. Links ein blaues Titelbild mit Kronkorken, der mit Schaum aus einer Flasche spritzt. Rechts ein Blick in ein Frauendekolltee, vor den Brüsten jeweils volle Bierkrüge.

Szene nachgestellt.

Ja, auf der rechten Broschüre steht tatsächlich „Bahnfahrt meist inklusive!“ Unter dem Motiv natürlich gar nicht auf den Frauenkörper bezogen.


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…alles was Mann gerne ist (isst?)

17. August 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 49 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Ich bin immer noch etwas verwirrt, ob Mann nun gerne Halberstädter oder tatsächlich Gelber Erbseneintopf ist. Aber das liegt bestimmt nur daran, dass ich eine Frau bin. Den Facepalm das Tages hat Paula gefunden:

Blaue Verpackung einer Dose Gelben Erbseneintopfs der Firma Halberstädter. Unter dem Firmenlogo steht: Alles was Mann gerne ist.

Foto via @puzzlestuecke

[Achtung, dieser Eintrag kann Spuren von Ironie enthalten.]


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Generisches Femininum

11. August 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 48 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Luise F. Pusch, Klassikerin der deutschsprachigen feministischen Linguistik, hat bereits vor gut 20 Jahren erläutert, warum das euphemistisch so genannte „generische Maskulinum“ alles andere als generisch ist. Die Bremerhavener Nordseezeitung  scheint es sich zu Herzen genommen zu haben:
Das Zeitungsfoto zeigt acht in einer Reihe aufgestellte Mitglieder der Trampolin-Turnerinnen des Sportvereins Lehe (Bremerhaven), welche laut Zeitungsnachricht Bezirksmeisterinnen wurden. Die Namen der abgebildeten Kinder werden genannt.

Zumindest nach landläufig-konventioneller Lesart befinden sich im Trampolinteam auch mindestens zwei Jungs. Trotz der Möglichkeit, dass auch Matt und Fabio Mädchen sind oder sich als solche identifiziert wissen möchten (und trotz des grammatischen Schnitzers in der Headline: “Turnerinnen sind Meister”), also mal ein herzerfrischendes Gegenbeispiel zum nach wie vor herrschenden sprachlichen Trend…


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Puh!

24. Juni 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 47 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Wer ist schon gut Freund mit der Telekom? Aber nun positioniert sich das Unternehmen nicht nur mit Abzocke und unfähigem Kundendienst, dieses Mal hat sich die T-Mobile-Werbeabteilung etwas ganz Feines ausgedacht. Noch nie da gewesen, total originell und überhaupt nicht sexistisch:

Ja, wie soll man denn auch sonst für so eine tolle Übersetzungs-App werben?


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Papa jagt am Familientag

6. Juni 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 46 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Die LVR Landesmuseum Bonn hat sich für seine Ausstellung „Elefantenreich“ was besonderes einfallen lassen. Letzten Donnerstag war Familientag unter dem Motto „Mit Papa zur Jagd“ – inklusive freiem Eintritt für Väter mit Kindern. Hallo Geschlechterklischees und Übersehen von Familien, die ohne traditionellen Vater auskommen. Im Bonner Hauptbahnhof war jemand davon ebenfalls weniger begeistert:

Werbeplakat für den Familientag der Ausstellung Elefantenreich im LVR Bonn. Im Schriftzug „Mit Papa zur Jad“ ist Papa durchgestrichen und Mama darüber geschrieben.


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Heute gehen die Hebammen auf die Straße

5. Mai 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 45 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Vor einem Jahr beklagten die deutschen Hebammen die anstehenden drastischen Erhöhungen bei den Versicherungsprämien und bekamen dann ein paar Euro mehr. Das hat nicht gereicht, viele Hebammen haben die Geburtsbetreuung aufgegeben. Zum heutigen Internationalen Hebammentag daher noch mal eine Grafik von Hebammen für Deutschland, die das Problem verdeutlicht.

Übersicht der Erlöse von Hebammen und den Kosten für die Versicherungsprämien seit 2003. Die Versicherungsprämie ist von 1352,56 Euro auf 3689 Euro oder 4611,25 Euro (ohne bzw. mit Vorschaden) gestiegen. Pro Beleggeburt erhält die Hebamme 237,85 Euro, für eine Hausgeburt 548,80 Euro und für eine Geburt im Geburtshauserhält 467,20 Euro. Die Beträge sind seit 2003 kaum gestiegen.

Über hebammenfuerdeutschland.de

Mehr zur aktuellen Situation und den Entwicklungen der letzten Monate findet Ihr in der Seitenleiste im Dossier.


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